| DIAGNOSE- und THERAPIEFORMEN |
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Cranio-Sacrale Therapie - Beitrag von Jörg Pantel, Münster - |
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Mit sanften Händen Bewegung fördern Die Cranio-Sacrale Therapie behandelt die Beweglichkeit der Schädelknochen und den Fließrhythmus der Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit. Die Cranio-Sacrale Therapie ist eine sehr sanfte Körperarbeit. Ihren Namen hat sie von den lateinischen Bezeichnungen für Schädel (Cranium) und Kreuzbein (Sacrum), wobei als Kreuzbein die fünf miteinander verschmolzenen Wirbel im unteren Bereich der Wirbelsäule bezeichnet werden. Bei der Cranio-Sacralen Therapie wird das Skelett vom Kopf bis zum Rückenende mit feinen, kaum wahrnehmbaren Handbewegungen behandelt. Ziel ist es, Blockaden zu lösen und dadurch die Beweglichkeit zu verbessern und Schmerzen zu lindern. Schädelknochen sind nicht starr Die Cranio-Sacrale Therapie hat sich in Amerika aus einer anderen muskelentspannenden Behandlung mit den Händen entwickelt, der Osteopathie. Der Arzt Dr. William Garner Sutherland ging in den 20er Jahren davon aus, dass die Nähte dar einzelnen Schädelknochen beim Erwachsenen nicht verknöchert und starr sind, sondern ein Leben lang beweglich bleiben. Mit dieser Ansicht befand er sich im Gegensatz zur anerkannten Meinung. Um seine These zu stützen, füllte er einen Totenschädel mit Trockenerbsen, gab Wasser dazu und verschloss die Öffnungen des Schädels. Der Druck der aufquellenden Erbsen ließ den Schädel platzen - genau an den angeblich verknöcherten Nahtstellen. Mittels eines selbst konstruierten Helmes, mit dem er die Beweglichkeit einzelner Schädelknochen hemmen konnte, wies er im Selbstversuch nach, dass diese Bewegungen für unsere körperliche und seelische Gesundheit von großer Wichtigkeit sind. Er und seine Frau dokumentierten die Veränderungen und Beschwerden, die durch die Stilllegung der Schädelknochen auftraten. Dr. John E. Upledger, der direkte "Vater" der Cranio-Sacralen Therapie, entdeckte vor etwa 30 Jahren während einer Operation an der Rückenmarkshaut einen bisher unbekannten Körperrhythmus. Er musste feststellen, dass er nicht in der Lage war, die Rückenmarkshaut ruhig zu halten - eine leicht erscheinende Aufgabe. Aber die derbe Dura Mater (die äußerste der Rückenmarkshäute) bewegte sich in einem langsamen Rhythmus, der nicht anzuhalten war. Diese Erfahrung führte Dr. Upledger zu der Entdeckung, dass es zusätzlich zu den bekannten Körperrhythmen von Atmung und Herzschlag einen weiteren, viel langsameren und unauffälligeren gibt: den Cranio-Sacralen Rhythmus, den Puls der Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit, die unser Gehirn und das gesamte zentrale Nervensystem schützt und nährt. Gestörter Rhythmus Verletzungen, Verspannungen oder Erkrankungen können den Cranio-Sacralen Rhythmus stören. Das hat weit reichende Auswirkungen auf Nerven, Organe und das Hormonsystem. Unter anderem können Schmerzen, zum Beispiel des Kopfes oder Rückens, Beweglichkeitsstörungen, Nervosität und Abwehrschwäche die Folgen sein. Auch die Beweglichkeit der Schädelknochen, die im Normalfall im Cranio-Sacralen Rhythmus ganz leicht schwingen, kann durch verschiedene Ursachen gehemmt sein. Schon bei der Geburt wirken starke Kräfte auf den Kopf des Kindes ein, die zum Zusammendrücken der zarten Schädelknochen führen können. Aber auch in späterem Alter können Verletzungen die Beweglichkeit der Knochen stören. Bei Kindern können vor allem Hyperaktivität oder Lernstörungen auftreten. Bei Erwachsenen kommt es unter anderem zu Migräne, Ohrgeräuschen (Tinnitus), Schwindelanfällen, Nasennebenhöhlenentzündungen, Hormonstörungen, aber auch zu Depressionen oder Persönlichkeitsveränderungen. Auch Kieferfehlstellungen können ihre Ursache im CranioSacralen System haben. Mit sensiblen Händen Ein erfahrener Therapeut kann den Puls der Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit sowie die Beweglichkeit der Schädelknochen ertasten. Zur Behandlung trägt der Patient/die Patientin bequeme, nicht einengende Bekleidung und warme Socken. Er/sie liegt zumeist in Rückenlage auf der Behandlungsliege. Wenn die Rückenlage unangenehm oder unmöglich ist (zum Beispiel Bandscheibenvorfall, Schwangerschaft), kann die Behandlung auch in Seitenlage, im Sitzen oder sogar im Stehen erfolgen. Kleinkinder und Säuglinge können während der Behandlung in den Armen oder auf dem Schoß ihrer Eltern bleiben. Cranio-Sacral-Therapeuten können die gestörten Bewegungsabläufe durch sanfte Techniken wieder in ihren ursprünglichen Rhythmus bringen. Dabei legt der Behandler seine Hände dorthin, wo er eine Blockierung des Rhythmus erspürt hat. Das kann an einer Knochenverbindung am Schädel sein, an der Wirbelsäule oder auch an anderen Körperregionen. Die Hände üben bei der Behandlung nur einen sehr geringen Druck aus und versetzen Behandler und Patienten in eine tiefe Konzentration. Die Behandlung dauert etwa eine halbe Stunde und wird meist im Abstand von zwei bis drei Wochen einige Male wiederholt. Die Cranio-Sacrale Therapie kann als alleinige Behandlung oder in Kombination mit anderen Naturheilverfahren durchgeführt werden. Sie gilt als risikoarm und darf lediglich bei Schädelbrüchen und Gehirnblutungen (Schlaganfall, Aneurysma) nicht angewendet werden. Erfahrene Therapeuten aus den USA reisen regelmäßig nach Deutschland, um ihr Wissen an Heilpraktiker, Physiotherapeuten oder andere Interessenten weiter zu geben. Daher wird diese Behandlungsmethode auch hier zu Lande immer häufiger angeboten. Für wen geeignet? Die Cranio-Sacrale Therapie führt bei den meisten Patienten zu tiefer Entspannung und gesteigertem Wohlbefinden. Schmerzen können verringert, die Beweglichkeit verbessert werden; Stress-Situationen werden leichter gemeistert, die Infektabwehr wird verbessert und die gesamte Körperenergie erhöht. Empfehlenswert ist diese Behandlung vor allem für folgende Patienten:
Die Cranio-Sacrale Therapie ist hilfreich bei psychosomatischen Störungen, bei Unfall- und Operationsfolgebeschwerden sowie auch - unterstützend zur ärztlichen Behandlung - bei schweren Erkrankungen wie Chronische Polyarthritis, Parkinsonkrankheit, Multiple Sklerose, Lähmungen und Schlaganfall-Folgen. © Jörg Pantel 2001
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